Tag 5, 18.08.2019: Snæfellsnes

Heute führt mich mein Weg auf die Halbinsel Snæfellsnes. Viele Menschen haben mir im Vorfeld ans Herz gelegt, dort mindestens einen Tag zu verbringen – im Nachhinein kann ich all diesen Menschen nur zustimmen!

Der Weg richtung Norden ist toll: ich fahre um Fjorde, die im Licht der Morgensonne glitzern, durch grüne Wiesen auf denen Islandpferde weiden, vorbei an Schafen und sehr vielen Blitzern. Mein erstes Ziel ist Stykkishólmur im Norden der Halbinsel. Je näher ich dem Ort komme desto rauher und vulkanischer wird die Gegend. Ein faszinierendes Farbspektakel ziert die vielen Vulkane und es fällt wirklich schwer, nicht ständig anzuhalten und Fotos zu machen.

Stykkishólmur ist ein wirklich süßer Fischerort aber leider hat sich das Wetter so verschlechtert, dass meine geplante Wale Watching Tour wortwörtlich ins Wasser fällt. Klitschnass von dem kurzen Weg zwischen Auto und Informationsstand beschließe ich, auf Anraten Einheimischer, mein Glück in Ólavsvík zu versuchen. Der Weg dorthin ist atemberaubend: Hohe Berge, steile Klippen, Fjorde und dunkle Sturmwolken über dem Meer. Komischerweise fühle ich mich total wohl. Leider habe ich aber auch in Ólavsvík kein Glück: ein Sturm braut sich zusammen und durch den starken Wind dürfen keine Schiffe mehr auslaufen.

Mein nächster Anlaufpunkt ist der wohl beliebteste Berg Islands: der Kirkjufell. Wenn mir jemand erklären kann, wieso gerade dieser Berg: ich bin gespannt. Ich bin nämlich erstmal dran vorbeigefahren, bis das Navi plötzlich gesagt hat: „Bitte wenden!“ Beeindruckt hat mich der Berg nicht, denn meiner Meinung nach besitzt Island sehr viele Berge, die durchaus spektakulärer sind. Da man von dort aber eine ganz schöne Sicht auf Grundarfjörður hat, beschließe ich, meine Mittagspause hier zu verbringen.

Weiter geht es für mich zur Lava Cave Vatnshellir, wo ich mit einer kleinen Gruppe drei Lavahöhlen besichtigen werde. Die Kosten liegen hier bei etwa 3700 ISK/Person. Dort angekommen habe ich doch etwas Bauchschmerzen, den Enge und Dunkelheit sind eigentlich nicht so meins. Bewaffnet mit Helm, Taschenlampe und Kamera geht es schließlich eine enge Wendeltreppe hinab in die Tiefe. Es ist unglaublich dort unten! Fast, wie in einer anderen Welt! Und wenn alle Taschenlampen aus sind und der Guide in der Dunkelheit und der unfassbar stillen Stille einen rímur Anstimmt… Gänsehaut und viele Emotionen…

Um mich emotional wieder etwas zu festigen fahre ich nach der Lavahöhlen Besichtigung zum nicht weit entfernten Strand an der Straße Dritvíkurvegur. Der Sonnenuntergang im Kontrast zum schwarzen Strand ist wirklich unvergleichbar!

Auf dem Weg entlang der südlichen Küste der Halbinsel mache ich noch zwei Zwischenstops: einen in Hellnar, wo es aber so windig ist, dass ich die Autotüre kaum aufbekomme und einen in Arnastapi, einem wunderschönen kleinen „Hafen“ mit azurblauem Wasser und einem spektakulären Blick auf die Bergkette gegenüber. An dieser führt mich auch mein Heimweg entlang: die bunten Farben der Berge und das tiefe und intensive Blau des Wassers lösen erneut unheimlich viele Glücksgefühle in mir aus. Und Dankbarkeit dafür, dass ich diesen Ort bereisen darf.

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